Innenverteidiger Jens Förtsch erzielte per Kopf mit der letzten Aktion vor der Pause das 2:2, verletzte sich später und droht länger auszufallen. Foto: Joachim Mentel

Die dritte Herrenmannschaft musste beim 2:2 beim SV Akgüney Spor München erstmals Punkte lassen. Die Gastgeber gingen zweimal in Führung, Jannis Schloßer und Jens Förtsch glichen jeweils aus. Trotz mehr als 60-minmütiger Überzahl der Löwen-Amateure konnten sie aber nicht den Siegtreffer erzielen.

Trainer Perica Anusic hatte einen Tag nach dem Spiel das 2:2 verdaut. „Wenn man drei, vier Chancen, wo wir Eins-gegen-Eins auf den Torwart zulaufen, nicht verwertet, dann kann man nicht zufrieden sein. Aber manchmal ist das im Fußball so.“ Im Moment würden die Vollstrecker fehlen, findet der Coach. „Unsere Flügelspieler sind nicht unbedingt die größten Knipser.“

Auffällig war, dass alle vier Treffer nach Standards fielen. Nach einer Ecke von Akgüney Spor konnte der Löwen-Verteidiger nicht seinem Gegenspieler Gorra Tambwe Kalunga folgen, der dadurch am ersten Pfosten frei zum Kopfball kam, die Kugel zum 1:0 für die Gastgeber versenkte (10.). Drei Minuten später egalisierten die Sechzger das Ergebnis. Im Anschluss an eine Ecke von Ihor Yarovoi war Jannis Schloßer mit dem Kopf zur Stelle, traf zum 1:1 (13.). Doch wiederum drei Minuten später war der alte Abstand wieder hergestellt. Eine Freistoßflanke konnten die Sechzig-Amateure nicht klären, die Kugel prallte durch den Strafraum, ehe sie Buda Bittera im 1860-Tor versenkte (16.). „So ein Tor darfst du normalerweise nie kassieren“, echauffierte sich der 41-jährige Löwen-Coach. „Das war total unglücklich. Wir haben eigentlich das gesamte Spiel nicht viel zugelassen, aber bei Standards immer wieder mit Konzentrationsproblemen zu kämpfen gehabt.“

In der 27. Minute dezimierte sich Akgüney Spor selbst. Nach einem Zweikampf und einem Foulpfiff revanchierte sich Denis Aksoy per Ellenbogencheck an Felix Rothe, sah dafür folgerichtig die Rote Karte von Schiedsrichter Kilian Hopfner. Kurz vor der Pause erzielte Jens Förtsch den Ausgleich. Philipp Baumann hatte den Ball aus dem linken Halbfeld per Freistoß an den ersten Pfosten geflankt, der eingelaufene Jens Förtsch wuchtete die Kugel mit dem Kopf zum 2:2 ins Netz (45.+1). Direkt danach war Pause.

Im zweiten Durchgang war es trotz Überzahl der Sechzger weitgehend ein offenes Spiel. Die Gastgeber kamen zu einer Vielzahl von Ecken, die Sechzger hatten die ein oder andere Umschaltsituation, die aber am Ende nicht zum Siegtor führte. So blieb es beim 2:2.

„Im Großen und Ganzen bin ich mit der Leistung zufrieden, trotzdem hat es einen bitteren Beigeschmack, wenn du über 60 Minuten in Überzahl spielst“, analysierte Perica Anusic. Vielleicht hätte sein Team die Situation zu leicht genommen. „Das müssen wir lernen, dass wir weiter konzentriert bleiben. Der Gegner hat in Unterzahl leidenschaftlich gekämpft, hat Willen gezeigt und sich den Punkt verdient. Von uns war positiv, dass wir uns viele Chancen erarbeitet haben.“

Trainer Perica Anusic trauerte den vielen Eins-gegen-Eins-Situationen seines Teams nach. Foto: Joachim Mentel

Ein Wermutstropfen war, dass sich in der Schlussphase Jens Förtsch verletzte. Ein Gegenspieler war ihm aufs Bein gefallen. Eine MRT-Untersuchung soll nun die Schwere der Verletzung feststellen. Perica Anusic hat Befürchtungen, dass sein Abwehrchef länger ausfällt. „Das wäre ein schwerer Schlag für uns.“ Ohnehin musste er zuletzt auf einige Spieler verzichten. So fehlten verletzungsbedingt Timo Ludwig und Julian Schleich, wegen Urlaubs Josef Tohmaz, Peter Lettenbauer, Maximilian Hänle und Tobias Jost. Nicolas Barth musste arbeiten. Auch unter diesen Bedingungen ist der Coach mit sieben Punkten aus den ersten drei Spielen zufrieden. „Das hätten wir vor der Saison sofort unterschrieben. Jetzt nach den ersten Spielen sind die Ansprüche gewachsen“, gibt er ehrlich zu. „Ich hatte auch gegen Akgüney Spor das Gefühl, dass wir die bessere Mannschaft waren.“ Deswegen waren es für ihn eher zwei verlorene Punkte. „Wir versuchen uns, von Spiel zu Spiel weiterzuentwickeln und das Beste aus der momentanen Situation zu machen.“


STENOGRAMM

Herren Kreisliga München, 3. Spieltag, Sonntag, 06.09.2026, 13.30 Uhr
SV Akgüney Spor München – TSV 1860 München III 2:2 (2:2)

Tore
1:0 Gorra Tambwe Kalunga (10.), 1:1 Jannis Schloßer (13.), 2:1 Buda Bittera (16.), 2:2 Jens Förtsch (45.+1)

Gelbe Karten
Buda Bittera, Lucas Lehto, Gorra Tambwe Kalunga,Conor Martin – Salif Boubacar

Rote Karten
Denis Aksoy (27.) –

Zuschauer
70 Bezirkssportanlage Max-Reinhardt-Weg

Schiedsrichter
Kilian Hopfner (München); Assistenten: Philip Reimann (München), Mika Pratschko (Karlsfeld)

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