Die junge Torfrau Emily Herzog weiß sich durchzusetzen. Michelle Le Nguyen (li.) und Michelle Raabe (re.) müssen nicht eingreifen. Foto: Joachim Mentel
Die Frauen des TSV 1860 München starten mit Verspätung als Aufsteigerinnen in die Saison 2026/2027 in der Bezirksliga 2 Oberbayern. Die Partie am 1. Spieltag gegen den TSV Neuried musste verschoben werden. Am Samstag, 19. September 2026, geht es nun zum MTV Dießen/Ammersee. Anpfiff auf dem Sportplatz Jahnstraße, (Jahnstr. 11, 86911 Dießen) ist um 15 Uhr.
Zwei Pflichtspiele hat das Team von Trainer Simon Hüller, der vom Co- zum Chef-Trainer befördert wurde, bereits hinter sich. Im Viertelfinale des Hiscox Kreis Pokals München gab es einen 2:0-Erfolg über Bezirksoberligist SV 1880 München I, beim Kreisligist FC Teutonia München I eine 0:1-Niederlage und damit das Aus im Halbfinale.
„Es war ein gutes Spiel, wir hatten genug Chancen, um mehrere Tore zu schießen – gerade in der 2. Halbzeit“, kommentierte der Trainer der Löwinnen die Partie. „Aber die Kugel wollte einfach nicht rein. Das ist natürlich schade. Teutonia macht eigentlich mit der ersten Möglichkeit das Tor.“
Trotz der Niederlage, so der 25-Jährige, hätte die Leistung gestimmt, „weil wir klar das bessere Team waren und dadurch eher unglücklich ausgeschieden sind. Lieber so ein Spiel im Pokal als in der Liga“, findet er. Zumal die Löwinnen in dieser Partie auf einige Stammspielerinnen verzichten mussten, auf der Bank nur junge Spielerinnen aus der U23 saßen. „Die mussten deswegen sogar ihr Testspiel absagen, das war schon sehr nervig“, so Simon Hüller.
Doch nun ist die Ferienzeit vorbei und der angehende Lehrer kann wieder auf „90 Prozent“ seiner Spielerinnen zurückgreifen. Viel Veränderung gab es im Kader nicht. Lea Lugschneider ist nach einem Auslandssemester zurück, Michelle Le Nguyen und Mira Müller sind nach Verletzungen wieder voll einsatzfähig. Von der U23 gehören nun Michelle Raabe und Keeperin Lina Björvik fest zum Bezirksliga-Team. Dazu gab es zwei externe Neuzugänge, die erst 15-jährige Torfrau Emily Herzog, die zuletzt für die U17 der Roten spielte, sowie die 20-jährige Mittelfeldspielerin Madeleine Maliha. Sie kommt vom FC Forstern aus der Bayernliga, war zuvor schon beim FFC Wacker München, Red Bull Salzburg und dem FC Ingolstadt aktiv. Ansonsten sind alle Leistungsträgerinnen auf dem Meisterinnenteam, das ohne Punktverlust den Aufstieg perfekt gemacht hatte, geblieben.
Madeleine Maliha kommt aus der Bayernliga vom FC Forstern zu den Löwinnen. Foto: Joachim Mentel
Die Löwinnen und ihr Trainer gehen das Projekt Bezirksliga sehr offensiv und selbstbewusst an. „Die Liga ist nicht unbedingt deutlich stärker als die Kreisliga“, findet Hüller. In der Breite schon, „aber ich glaube an der Spitze ist die Kreisliga ähnlich stark. Deswegen denke ich, dass wir auch in der Bezirksliga auf jeden Fall oben mitspielen können. Wir haben natürlich sehr viele Gegnerinnen, die wir noch nicht kennen, oder nur aus Testspielen. Das macht es interessanter. Und wir werden natürlich öfters auf Naturrasen spielen. Dadurch wird es für uns schwerer, weil wir ausschließlich auf Kunstrasen trainieren.“ Nichtsdestotrotz erwartet er, dass die Löwinnen eine gute Rolle spielen, „wenn es uns gelingt, uns gut einzuspielen und den Spirit des Aufstiegs in die neue Saison mitzunehmen, dann können wir schon oben mitspielen“, so seine Einschätzung.
Das Spiel beim MTV Dießen ist gleich ein Gradmesser. Das Team vom Ammersee-Westufer schloss die vergangene Saison in der Bezirksliga auf Platz zwei ab. Die Ambitionen unterstrichen die Rot-Weißen mit einem 4:0-Auswärtserfolg bei der Spielgemeinschaft FC Puchheim/1. SC Gröbenzell am vergangenen Wochenende. Frauenfußball hat beim MTV Dießen eine lange Tradition. Bereits 1971 wurde die Abteilung gegründet. Der größte Erfolg war der Aufstieg 2017 in die Bayernliga. Seit 2025 ist die Bezirksliga die sportliche Heimat des Teams von Nico Weis, der seit 2013 als Trainer fungiert.


